Australian Labradoodle
Welpentestung vom 17.06.2025 mit Janosch, Jella und Juna
Am 17. Juni 2025, im Alter von 6 Wochen, wurde mit den drei Welpen Janosch, Jella und Juna ein sogenannter Welpentest durchgeführt. Dieser orientiert sich an der Testmethode von Hundeexperte Anton F. Nijboer. Diese Testung wurde von einem zertifizierten Trainer durchgeführt.
Ziel des Tests ist es, ein aktuelles Bild vom Verhalten und Wesen der Welpen zu bekommen. Die Ergebnisse helfen dem Züchter einzuschätzen, welche Bedürfnisse die einzelnen Welpen noch in ihrer Sozialisierung haben – also in der Phase, in der sie lernen, mit ihrer Umwelt und dem Menschen umzugehen.
Getestet wurden folgende Bereiche, einzeln, in einem unbekannten Raum.
Orientierung
Der Welpe wird in einen ihm unbekannten Raum gesetzt. Eine fremde Person sitzt ruhig auf dem Boden und beobachtet.
Wie verhält sich der Welpe?
Geht er offen auf die Person zu? Ist er neugierig und erkundet den Raum? Oder zeigt er Unsicherheit und bleibt lieber auf Abstand?
Pflegende Dominanz
Der Welpe wird auf den Rücken gelegt und sanft festgehalten.
Wie reagiert er auf diese ungewohnte Situation?
Verhält er sich ruhig oder versucht er sich zu befreien? Macht er sich steif, wehrt sich oder entspannt er sich nach kurzer Zei
Selbstschutz und Risikoabschätzung
Der Welpe wird auf einen erhöhten Tisch gesetzt.
Wie geht er mit der ungewohnten Höhe um?
Bleibt er ruhig sitzen oder bewegt er sich zum Rand? Versucht er vielleicht sogar zu springen? Oder überlegt er, wie er sicher von dort wieder herunterkommen könnte?Sucht er Blickkontakt zum Menschen, um Hilfe zu bekommen?
Spielverhalten
Dem Welpen wird ein Spielzeug angeboten und zum Spielen animiert.
Hat er Lust auf Spiel oder ist er in dieser Situation zu gestresst?
Nach dem Spiel wird das Spielzeug weggenommen. Sucht der Welpe dann den Kontakt zum Menschen, um weiterzuspielen? Oder zieht er sich zurück? Reagiert er frustriert, vielleicht mit Bellen?
Ressourcenverteidigung
Der Welpe bekommt etwas Futter (Tartar) angeboten. Nach kurzer Zeit wird er vom Fressen abgehalten.
Wie reagiert er?
Gibt er das Futter freiwillig ab oder verteidigt er es? Knurrt oder schnappt er? Oder akzeptiert er das Eingreifen? Zieht er sich mit seiner Beute zurück?
Ziel der Testung
Diese Momentaufnahme liefert dem Züchter und den zukünftigen Besitzern einge Hinweise:
Janosch
Soziale Orientierung
Janosch erkundet den neuen Raum zunächst vorsichtig. Er testet den Teppich als Untergrund und nähert sich bald dem Trainer, sucht vorsichtig Kontakt und versucht, auf den Schoß zu klettern. Die Nähe zum Menschen ist ihm wichtig.
Schon nach kurzer Zeit kommt er ins Spielverhalten: Er analysiert die Situation, schätzt sie ein und legt dann los.
Er entfernt sich vom Trainer und erkundet selbstständig angrenzende Bereiche. Dabei zeigt er keine Anzeichen von Angst, fiept nur selten und trägt die Rute aufrecht – ein Zeichen von Selbstsicherheit.
Pflegende Dominanz
Janosch lässt sich auf den Rücken legen und strampelt dabei ein wenig, bleibt aber ruhig ohne zu schnappen. Nachdem er losgelassen wird, sucht er zügig wieder die Nähe des Trainers.
Selbstschutz / Risikoabschätzung
Auf dem erhöhten Tisch bleibt Janosch zunächst in der Mitte stehen und beobachtet aufmerksam die Umgebung, unter anderem die Straße durch das Schaufenster.
Er nähert sich vorsichtig dem Rand, bleibt jedoch rechtzeitig stehen. Statt selbst zu handeln, sucht er den Blickkontakt zum Trainer: er fordert menschliche Hilfe ein, um aus der Situation herauszukommen.
Spielverhalten
Janosch lässt sich sehr leicht zum Spiel motivieren. Sobald ihm der Ball weggenommen wird, versucht er mehrfach, ihn zurückzubekommen. Dabei zeigt er einen ausgeprägten Spieltrieb und einen starken Willen – er bleibt dran, akzeptiert aber letztlich die gesetzten Grenzen.
Ressourcenverteidigung
Janosch bekommt etwas Tartar und beginnt zu fressen. Als er daran gehindert wird weiterzufressen, versucht er beharrlich, wieder an das Futter zu gelangen. Dabei bleibt er freundlich, ohne zu knurren oder zu schnappen, und versucht stattdessen, den Menschen durch Nähe oder Aufforderung zur Herausgabe zu bewegen. Er setzt sich durch, gibt nicht so schnell auf.
Fazit
Janosch ist ein selbstbewusster und willensstarker Rüde, der genau weiß, was er will. Er lässt sich nicht leicht entmutigen und sucht aktiv nach Lösungen, wenn er auf Hindernisse stößt – etwa, indem er die Nähe zum Menschen sucht, um sein Ziel (z. B. Futter oder Spielzeug) zu erreichen.
Er ist offen, neugierig und menschenbezogen, klettert gern auf den Schoß und erkundet mutig auch unbekannte Räume. Gleichzeitig kann er Gefahren einschätzen und reagiert überlegt.
Janosch akzeptiert Grenzen, braucht aber klare und konsequente Führung, da er sehr offen zu allem Neuen steht. Sein starker Wille verlangt nach liebevoller, aber bestimmter Erziehung, da er sehr offen in die Welt schaut. Er sollte so nicht zu unabhängig werden und somit die Rolle als Führer in der Beziehung übernehmen.
Somit ist Janosch nicht unbedingt für Anfänger geeignet, sondern sollte in beschäftigende Hände kommen, wo er körperlich und geistig ausgelastet wird und sein Potenzial entfalten kann. Wobei dies bedeutet, dass die Interaktion dem Kleinen zeigen soll, wie toll die Zusammenarbeit Hund/Mensch sein kann, damit diese „eigensinnige Selbstsicherheit“ etwas unterdrückt wird.
Jella
Soziale Orientierung
Jella ist erstmals sehr schnell unterwegs .Allerdings beginnt sie dann zu fiepen.
Sie nimmt auch dann schnell Kontakt zum Trainer auf.
Jella braucht länger, um sich an neuen Untergrund zu gewöhnen. Sie beobachtet genau, ist sehr mit Blick auf den Menschen bezogen, sucht Sicherheit und lässt sich nicht sofort auf das Spiel ein.
Sie läuft im Raum nur bis an die Grenze zum Flur, wo sie noch Blickkontakt hat.
Dann erkundet sie vorsichtig einen weiteren Meter, kommt aber sehr schnell zurück.
Pflegende Dominanz
Als Jella auf den Rücken gedreht und festgehalten wird, wehrt sie sich etwas, bleibt aber unterwürfig. Nachdem sie losgelassen wird, sucht sie sofort wieder den Kontakt zum Menschen für ihr Sicherheitsgefühl. „Ich weiß doch dass Menschen gut sind“. Auch Jella ist nicht nachtragend.
Selbstschutz /Risikoabschätzung
Jella bleibt stehen und betrachtet die Autos auf der Straße. Sie ist unsicher, fiept – erkennt den Abgrund und bleibt stehen. Sehr gestresst – zittert. Sie will aus der Situation raus… aber wie? Sie wird aber nicht übermutig um übers Springen sich in Gefahr zu bringen. „Mensch mach doch!“
Spielverhalten
Jella empfindet auch hier Stress, kommt auch nicht wirklich ins Spielverhalten, sondern achtet mehr auf den Menschen als auf das Spielzeug. Sie beachtet den Papierball erst nach einigen Aufforderungen. Jella sucht beim Menschen nach Orientierungshilfe. Scheint durch die vielen neuen äußerlichen Reize etwas überfordert, so dass bewegende Objekte sie erstmals nicht interessieren.
Ressourcenverteidigung
Jella frisst das Tartar und akzeptiert, dass ihr die Ressource vom Menschen verweigert wird. Setzt sich hin und wartet ab. Sie hat eine sehr gute Nase, denn sie schnüffelt dort, wo Janosch bei der ersten Testung einige Fleischkrümel hat fallen lassen.
Fazit:
Jella ist eine offene, aber noch etwas unsichere Hündin. Sie sucht die Unterstützung vom Menschen.
Sehr am Menschen orientiert – braucht Rückversicherung durch ihre Menschen. In der weiteren Sozialisierung wird es darum gehen, sie behutsam an Neues heranzuführen, sie nicht zu überfordern um ihr Sicherheit zu geben in der Reizverarbeitung. Eine kleine Hündin die anfangs viel getragen werden soll um so in der Sicherheit der Beziehung die Welt kennen zu lernen. Eine Tragetasche wäre hier sinnvoll um die Reizverarbeitung zu erleichtern.
Juna
Soziale Orientierung im unbekannten Raum
Juna ist offen, forsch und steigt sofort auf den Schoß des Trainers. Dort bleibt sie eine Weile sitzen. Danach erkundet sie selbstbewusst den Raum, auch Winkel, in denen die anderen beiden Welpen noch nicht waren und keine bekannten Gerüche aufweist.
Sie begibt sich auf den Flur, sorgt aber immer wieder für Rückversicherung durch Blickkontakt.
Juna fühlt sich in der neuen Umgebung relativ wohl, sucht sich selbst Beschäftigung (spielt mit der Teppichkante) und erkundet den Raum mit neugierig und selbstsicher.
Pflegende Dominanz
Sie lässt sich auf den Rücken drehen und festhalten, strampelt nur kurz und liegt entspannt und lässt sich den Bauch kraulen. Unterwürfig, interpretativ sogar zufrieden.
Selbstschutz/ Risikoabschätzung
Juna ist mutig und läuft bis zum Tischrand, zittert allerdings. Sie erkennt den Abgrund, bleibt sitzen und sucht nach Lösungen. Sucht Blickkontakt mit dem Trainer. Sie schätzt die Möglichkeit ab, über den Stuhl, der am Tisch steht, sich aus ihrer Lage zu befreien. Sie hat Lösungsstrategien.
Spielverhalten
Juna geht gerne auf das Spiel mit dem Papierball ein. Blitzschnell schnappt sie nach dem Ball und bringt ihre „Beute“ in Sicherheit.
Als der Trainer den Ball zurückholt und Juna daran hindert weiter zu spielen, passt sie sich an, scheint erstmals zu akzeptieren dass es Grenzen gibt. Dann aber begibt sie sich unter den Tisch und springt und bellt – sie kompensiert ihren Frust mit einer Übersprungshandlung.
Ressourcenverteidigung
Juna frisst das Tartar, akzeptiert aber, als sie daran gehindert wird weiterzufressen. Sie schnüffelt auf dem Boden, um eventuell weitere Tartarkrümel zu finden.
Als es kein Fressen mehr gibt, legt sie sich auf den Teppich und entspannt. Wartet ab, ob etwas passiert. Sie kommt schnell zur Ruhe.
Fazit:
Juna ist eine entspannte Hündin, die sich sehr stark am Menschen orientiert, neugierig und offen zur Welt. Sie sucht aktiv Kontakt zum Menschen zeigt Vertrauen, kann aber auch zeigen wenn ihr was nicht so passt. Sie schätzt Situationen gut ein und versucht für sich Problemlösungen zu finden, in der Überlegung reflektiv. Sie findet dann auch schnell selbst zur Ruhe, wenn die Reize weg sind. Juna verarbeitet schnell. Sie hat ein hohes Lernpotenzial. Eine tolle Allrounderin!
Wasser